{"id":159,"date":"2020-03-28T21:29:29","date_gmt":"2020-03-28T20:29:29","guid":{"rendered":"http:\/\/heimatverein-neusatz.de\/?p=159"},"modified":"2020-03-28T21:29:29","modified_gmt":"2020-03-28T20:29:29","slug":"heiliges-grab","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/heimatverein-neusatz.de\/?p=159","title":{"rendered":"Heiliges Grab"},"content":{"rendered":"<p>Das aus dem 18.Jahrhundert stammende Heilige Grab wurde auch in diesem Jahr durch Mitglieder des Heimatvereins f\u00fcr die Karwoche, sowie der Osterzeit in der Pfarrkirche St. Karl Borrom\u00e4us in Neusatz aufgebaut.<\/p>\n<p>Bereits Mitte der 1980 Jahre entdeckte unser damaliges Vorstands- und Ehrenmitglied Karl Heinz Jutz, die letzten noch erhalten gebliebenen Teile in der Neusatzer Kirche, besser im oberen Bereich des Glockenturms in einem sehr schlechten Zustand. V\u00f6llig verstaubt und von Taubenkot \u00fcbers\u00e4t, lagen und standen sie in einer Ecke. Nach seiner Recherche wurden die Teile des Heiligen Grabes aus der Alten Dorfkirche, nach Fertigstellung des Neuen Gotteshauses dorthin gebracht, und bis zur Mitte der 1940 Jahre im Seitenaltar, was das erzbisch\u00f6fliche Bauamt bereits 1914 empfahl, r\u00e4umlich passend aufgestellt.<\/p>\n<p>Fast in Vergessenheit geraten, wurden diese Teile 2012 im Rahmen einer Kirchenputzaktion, anl\u00e4sslich der 100 Jahrfeier wiederentdeckt. Beim ersten sichten der vorgefundenen Teile standen wir vor einem gewaltigen Problem. Nichts passte, oder schien irgendwie zusammen zu geh\u00f6ren. Dazu war alles stark verschmutzt. Zeitzeugen waren rar, oder ebenfalls mit dem Gewirr an Teilen schlicht weg \u00fcberfordert. Von Mesner Franz M\u00fcller erhielten wir zwar m\u00fcndliche Erinnerungen, da er bei den letzten Aufbauten noch dabei war. Es existierte zwar noch ein Foto, erkennen lie\u00df sich darauf leider wenig. Nach Aussage von Franz M\u00fcller wurde die Kulisse von je her mit allerlei\u00a0 N\u00e4gel, Schrauben und Draht irgendwie zusammen gebaut, und war damals schon f\u00fcr alle Beteiligten ein Problem beim Aufbau. Nach dem uns schlie\u00dflich ein gewisser Aufbaustil ersichtlich wurde, gewannen wir den Eindruck, dass das Ganze alles andere als standsicher wird. Weitere Experimente mit Draht und N\u00e4geln wollten wir dann doch nicht eingehen. So entschieden wir, nach R\u00fccksprache mit unserem damaligen Pfarrer Pater Christoph Eichkorn auf eine vereinfachte, aber sichere Aufbauweise, ohne den Charakter des eigentlichen zu ver\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Bevor es jedoch zu einem Aufbau kommen konnte, mussten alle Teile gereinigt und auf etwaige Sch\u00e4den gepr\u00fcft werden. Hier fanden wir in dem Restaurierungen &amp; Malerbetrieb Kurz aus Rastatt-Ottersdorf einen kompetenten und erfahrenen Fachbetrieb. Die einfachen Holzteile wurden in Neusatz gereinigt und gepr\u00fcft. Lediglich die zwei gro\u00dfen Fl\u00fcgelt\u00fcren,und die kleinere R\u00fcckwand, welche mit bemaltem Leinwand bespannt sind, sowie der lebensgro\u00dfe Korpus wurden in der Malerwerkstatt in Ottersdorf gereinigt und auf Sch\u00e4den hin untersucht. Des Meisters fachlich kundige Auge konstatierte ein gutes Gesamturteil \u00fcber alle vorhandenen Teile. Lediglich kleinere Leinwandsch\u00e4den, was angesichts des Fundortes selbst schon als kleines Wunder angesehen werden kann, wurden festgestellt und behoben. Malermeister Kurz war \u00fcberrascht als er beim reinigen der beiden Fl\u00fcgelt\u00fcren auf deren Innenseite ebenfalls gemalte Darstellungen freilegte. Diese waren beim Auffinden vor lauter Staub und Dreck nicht sichtbar.<\/p>\n<p>Durch Schreinermeister Johannes Huck und Schreiner Adolf Horcher bekamen wir fachliche und handwerkliche Kompetenz bei s\u00e4mtlichen Holzarbeiten. Durch ein M\u00f6belstecksystem wurde ein einfacher Aufbau, sowie eine sichere Standfestigkeit in das Gef\u00fcge gebracht. Die fehlenden Holzteile wurden in der Schreinerei auf der Hard neu angefertigt. Die Bemalung und bildhafte Ausgestaltung oblag wieder Malermeister Kurz, der sich am Original orientierte.<\/p>\n<p>Durch eine Beleuchtung des Grabgew\u00f6lbes, installiert durch die Elektromeister Thomas Mukenhirn,\u00a0 welche das bengalische Feuer aus damaliger Zeit ersetzt, wird die Grabesszene ins rechte Licht ger\u00fcckt.<\/p>\n<p>Das sich nach hinten verj\u00fcngende Konstrukt, suggeriert dem Betrachter das Gef\u00fchl einer Grabkammer, bzw. eines Grabgew\u00f6lbes. Dieser Eindruck wird durch das schwarze Tuch, welches als Himmel eine etwas gedr\u00fcckte Stimmung vermittelt, verst\u00e4rkt.<\/p>\n<p>Als schlie\u00dflich im Jahr 2014 das Heilige Grab endlich, nach fast 70 Jahren, wieder in seiner gesamten imposanten Gr\u00f6\u00dfe im Seitenaltar der Neusatzer Kirche der \u00d6ffentlichkeit pr\u00e4sentiert werden konnte, waren alle Beteiligten sichtlich ber\u00fchrt. Um diesen Brauchtum nachfolgenden Generationen zu erhalten und nahezubringen, bauen wir das Heilige Grab jedes Jahr auf.<\/p>\n<p>Trotz intensiver Recherche und Nachforschungen konnte weder der K\u00fcnstler, noch das Entstehungsjahr unseres Heiligen Grabes zweifelsfrei ermittelt werden. Nach der bildlichen Ausf\u00fchrung, dem Stil im Allgemeinen liegt die Vermutung nahe, es der Mitte des 18. Jahrhunderts einzuordnen.<\/p>\n<p>Ein gro\u00dfer Dank gilt allen Beteiligten, allen Firmen, allen F\u00f6rderer die durch Ihre Arbeit und Unterst\u00fctzung dazu beigetragen haben, dieses f\u00fcr Neusatz einzigartige kulturhistorische wertvolle Kleinod zu erhalten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das aus dem 18.Jahrhundert stammende Heilige Grab wurde auch in diesem Jahr durch Mitglieder des Heimatvereins f\u00fcr die Karwoche, sowie der Osterzeit in der Pfarrkirche St. Karl Borrom\u00e4us in Neusatz aufgebaut. Bereits Mitte der 1980 Jahre entdeckte unser damaliges Vorstands- und Ehrenmitglied Karl Heinz Jutz, die letzten noch erhalten gebliebenen Teile in der Neusatzer Kirche, &hellip; <\/p>\n<p><a class=\"more-link btn\" href=\"https:\/\/heimatverein-neusatz.de\/?p=159\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-159","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized","item-wrap"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/heimatverein-neusatz.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/159","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/heimatverein-neusatz.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/heimatverein-neusatz.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/heimatverein-neusatz.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/heimatverein-neusatz.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=159"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/heimatverein-neusatz.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/159\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":162,"href":"https:\/\/heimatverein-neusatz.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/159\/revisions\/162"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/heimatverein-neusatz.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=159"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/heimatverein-neusatz.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=159"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/heimatverein-neusatz.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=159"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}